Makedonien ist ein Land, das bereits in der Bibel erwähnt wird. Seine erste Reise ausserhalb Asiens führte Apostel Paulus nach Makedonien, wo er unter den Makedoniern das Wort Gottes predigte. Über Makedonien spricht auch ein anderer Apostel, der Apostel der modernen Weltliteratur Gabriel Garcia Marces. In seinem berühmten Roman "Hundert Jahre Einsamkeit" beschreibt Marces die "weisen Alchimisten Makedoniens". Es gibt mehrere Legenden über die Entstehung des Namens Makedonien. Einigen zufolge soll der Name vom ersten makedonischen König Makedon abgeleitet worden sein. Die Wissenschaftler sind der Ansicht, dass der Name aus den altmakedonischen Wörtern makos= gross/hoch und don= Erde gebildet wurde, was in etwa bedeuten würde: hohes Gebirgsland. Die Republik Makedonien ist heute eine wahre Fundgrube an kulturellen und künstlerischen Schätzen. Wie selten sonst in der Welt sind auf diesem Raum eine grosse Anzahl historischer Denkmäler konzentriert: Kirchen, Ikonen, Klöster, archäologische Lokalitäten, Moscheen, alte Bilder, Kunstgegenstände. Die makedonischen Ikonen gehören zusammen mit denen von Sinai, vom Heiligen Berg und den russischen Kollektionen zu den bekanntesten in der Welt. Die ältesten Staffeleilkonen stammen vom Ende des X. Jahrhunderts, und eine wahre Kuriosität stellen die Terrakotta-Ikonen von der Festung Vinica in der Nähe der Stadt Vinica in Ostmakedonien dar. Sie sind ein seltenes Zeugnis frühchristlicher Kunst vom Ende des IV. bis zur Mitte des VI. Jahrhunderts.

Makedonien ist das Land, aus dem das slawische Schrifttum und das erste slawische Alphabet hervorgingen. Von ausserordentlicher Bedeutung für die slawischen Völker ist die Kulturmission der aus Solun (Thessaloniki) stammenden Brüder Kiril und Metodij. Sie schufen die Glagolica (Alphabet) in der Sprache der makedonischen Slawen aus der Umgebung von Solun und übersetzten die bedeutendsten Kirchenbücher für gottesdienstliche Zwecke. Sie leisteten Bedeutendes bei der Christianisierung der Slawen. Die makedonischen Kirchen und Klöster haben eine reiche Tradition. In der Nähe des Dorfes Kurbinovo, im Prespagebiet, befindet sich die kleine Kirche des Hl. Georgi, aus dem XII. Jahrhundert. Die Fresken in dieser Kirche gehören zusammen mit den Fresken in der Kirche des Hl. Pantelejmon in der Nähe von Skopje (XII. Jh.) zu den bedeutendsten Schöpfungen der byzantinischen Kunst dieses Zeitraums. Hier wollen wir auch die Kirche des Hl. Leontije im Dorf Vodoca, die Hl. Muttergotteskirche im Dorf Veljusa bei Strumica, die Kirche des Hl. Georg in Staro Nagoricane bei Kumanovo, das Kloster Treskavec bei Prilep, das Kloster Lesnovo (XIV. Jh.) bei Kratovo und das Kloster des Hl. Jovan Bigorski (XIX. Jh.) bei Gostivar nennen. Der Ikonostas in der letztgenannten Kirche ist ein wundervolles Werk der Holzschnitzkünstler aus dem Volke der Mijaci.

Makedonien hat von jeher eine ausserordentlich wichtige strategische Lage auf der Balkanhalbinsel und damit auch in Südeuropa eingenommen. Seine zentrale Lage auf dem Balkan ermöglichte eine maximale Kommunikation. Die Länge der Grenzen der heutigen Republik Makedonien beträgt 849 km. Im Rahmen dieser Grenzen nimmt die Republik einen Raum von 25.713 qkm ein. Die Makedonier machen den grössten Teil der Bevölkerung in der Republik Makedonien aus. An Nationalitäten leben hier Albaner, Türken, Serben und die Angehörigen der ethnischen Gemeinschaften der Roma, Machen und andere. Den ersten Ergebnissen der Volkszählung, zufolge leben in der Republik Makedonien rund 2 Millionen Menschen. Makedonien ist ein souveräner, selbständiger, bürgerlich-demokratischer Staat mit einer bürgerlichen Verfassung, der zufolge alle Bürger ohne Unterschied ihres Ethnikums gleiche Rechte und Freiheiten geniessen.

Die wichtigste Kommunikation in der Republik Makedonien basiert auf den Strassen Verkehr. Die Hauptader dieses Verkehrsnetzes stammt aus der römischen Zeit. Die römische Strasse «Via Egnatia» führte über den ganzen Balkan: von Rom über Ohrid und Thessaloniki nach Zarigrad (Istanbul). Die wichtigste internationale Magistrale ist die E-75. Sie führt von Ostende über Brüssel, Nürnberg, Wien, Budapest, Belgrad, Skopje nach Solun und Athen. Einen immer wichtigeren Platz nimmt der Flugverkehr ein. Zwei Flughäfen sind in dieses Netz eingeschlossen: die Flughäfen in Skopje und Ohrid. Ausserdem ist die Nutzung der Flughäfen einiger benachbarter Länder möglich. Nicht nur von den makedonischen Flugunternehmen werden die Flughäfen Skopje und Ohrid angeflogen, sondern auch von einigen ausländischen Fluggesellschaften, was bestätigt, dass Makedonien in Hinsicht auf seine zentrale Lage auf dem Balkan ein besonders frequentiertes Kommunikationsgebiet ist. Eine problemlose Verbindung zur Welt wird auch durch den Post- und Fernmeldeverkehr mit einem weit verzweigten Post- und Dienstleistungsnetz in der gesamten Republik ermöglicht.

Die Republik Makedonien zeichnet sich ganz besonders durch ihre Naturschönheiten und Seltenheiten aus. Von vielen wird dieses Land "Perle des Balkans" genannt. Panorama, Relief, klimatische und andere Bedingungen werden oft mit denen der Schweiz verglichen. Nach den Reliefbesonderheiten wird die Republik Makedonien zu den Gebirgsländern gezählt, durch den hohen Anteil an Berg- und Gebirgsmassiven geht man hier von einer Durchschnittshöhe von etwa 830 m.ü.M aus. Land ist sehr reich an Wasservorräten, die Hydrografie ist reich und weit verzweigt. Deshalb wird es mit seinen zahlreichen alten tektonischen, aber auch Gebirgs und Stauseen das Land der Seen genannt. In der Republik Makedonien gibt es ungefähr 50 grössere und kleinere Seen, von denen die bedeutendsten die drei tektonischen bzw. Talseen sind: Ohridsee, Prespasee und Dojransee.

Die Flüsse werden in drei Mündungsgebiete eingeteilt, von denen das des Flusses Vardar - das Ägäische Meer - von besonderer Bedeutung ist. Der Fluss entspringt in der Nähe des Dorfes Vrutok unterhalb des Berges Vlainica, ist insgesamt 350 km lang, wovon sich 264 km in der Republik Makedonien befinden, um in der Bucht von Solun ins Meer zu münden. Der Vardar ist für die Hydroenergetik der Republik Makedonien von grosser Bedeutung, und das in der Ausarbeitungsphase befindliche Projekt Vardar-Tal wird ganz entscheidend zur Entwicklung der Republik

Makedonien beitragen. Die Flüsse Treska, Pcinja, Crna Reka sind ein Teil der Zuflüsse des Vardar. Der Fluss Crni Drim gehört zum Mündungsgebiet der Adria. Er verlässt bei Struga den Ohridsee und ist durch seine Schönheit weit bekannt. Erwähnt sei auch der reizende Fluss Radika, der im schönen Sar-Gebirge entspringt und in den Debarsee mündet.

Die Flora und Fauna der Republik Makedonien sind ungewöhnlich reich. Hier ist sowohl mediterrane Flora anzutreffen, aber auch eine Pflanzenwelt eurosibirischer Herkunft. Makedonien ist bekannt durch seine Gebirge, Wälder und Weiden. In der Vergangenheit trugen diese zur Entwicklung der Viehwirtschaft bei. In vielen Kunstwerken wird Makedonien als idyllische, liebliche Landschaft weiter Täler, aber auch imposanter, hoch aufragender Bergmassive dargestellt. Hier sind charakteristische Vertreter der Fauna anzutreffen: Wildziegen, Bären, Rehe, Füchse, Wildschweine, Wölfe, Hirsche. Dieser Reichtum an Flora und Fauna trug zur Schaffung von Nationalparks bei, selten schönen Anlagen, die durch das Gesetz geschützt werden. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist der Nationalpark Galicica (in 2.225 m Höhe ). Er trennt die Täler des Ohrid- und Prespasees voneinander, und von seinem Gipfel öffnet sich ein herrlicher Blick auf beide Seen.
Der Nationalpark Mavrovo mit seiner seltenen Flora und Fauna, seinen klaren Wassern und der wunderschönen Landschaft des Mavrovosees befindet sich an den Hängen des Bistra-Gebirges. Der Nationalpark Pelister befindet sich in einem der schönsten Gebirge Makedoniens (2.600 m), dessen Symbol die sehr seltene Kiefernart Molika ist. Das mediterrane Element in der Flora ist mit Sicherheit auf das Klima und die Nähe der Meere zurückzuführen. Dazu folgende Angaben: das Ägäische Meer ist nur 60 km Luftlinie von Makedonien entfernt, die Adria 80 km. Hier sind drei Klimaformen anzutreffen: Mittelmeerklima, gemässigtes Kontinentalklima und Gebirgsklima.

Die klimatischen Bedingungen und die Besonderheiten der Flora und Fauna bieten ideale Möglichkeiten für Bergtourismus. Besonders entwickelt ist der Wintertourismus. Einige Touristenzentren für Wintersport sind auch ausserhalb der Grenzen der Republik Makedonien bekannt: Popova Sapka, Mavrovo, Krusevo, Pelister, Golak und Ponikva. Diese Zentren bieten mit ihren Hotels, Erholungsheimen, Seilbahnen und Ski-Lifts alle Voraussetzungen für einen kompletten Winterurlaub. Popova Sapka verfügt über etwa 2.000 Betten in verschiedenen Objekten, Mavrovo über 1.200 Betten, Krusevo -genannt Hotel-Stadt (1.250 m ü.M.) - über etwa 600 Betten in touristischen Objekten. Auf Pelister bieten ein modernes Hotel und gut ausgerüstete Berghütten etwa 500 Übernachtungsmöglichkeiten. Golak und Ponikva sind miteinander verbunden und weisen eine eigene Infrastruktur mit guten Unterbringungsmöglichkeiten und Wintersport an. Dank gosser Auswahl an gebirgigem Terrain, Wäldern und Gewässern stellen Jagd und Fischfang eine ganz besondere touristische Attraktion dar. Die Jagd auf Wild ist gut entwickelt, und den Jagdreservaten lässt man besondere Pflege angedeihen. In den Anfängen begriffen ist der dörfliche Tourismus. Hierzu bietet sich besonders das Dorf Galicnik in 1.200 m ü.M. an. Jeden Sommer wird dort die traditionelle Galicnik-Hochzeit organisiert, die der Pflege alter makedonischer Hochzeitsbräuche dient. Bekannt ist das Dorf Galicnik auch durch die vielen Schafherden, den erstklassigen Schafskäse (Kaskaval), die saure Dickmilch und die wertvollen handgearbeitete Kelims. Aufgrund von Lage, Klima, Relief und Wasservorräten hat die Republik Makedonien gute Möglichkeiten für das touristische Angebot. Von Bedeutung ist hier auch der Transit Tourismus, da wichtige Verbindungen von Europa und Mitteleuropa zum Agäischen Meer und dem östlichen Mittelmeer gerade durch Makedonien führen. Seit alters ist in Makedonien der Heilbad-Tourismus bekannt. Diese Art Tourismus ist auch heute gut entwickelt. Es gibt etwa 65 Thermal-Mineralquellen. Bekannte Heilbäder sind: Katlanovska Banja bei Skopje, Proevska Banja (Vruka Voda) bei Kumanovo, Kosovraska Banja bei Debar, Bansko bei Strumica, Negorska Banja bei Gevgelija, Kezovica bei Stip, Kocanska Banja. Die Heilwasser sind vulkanischen Ursprungs und anwendbar bei einer Vielzahl von Krankheiten: angefangen von Krankheiten der Atemorgane und des Nervensystems über Magen- und Frauenkrankheiten bis hin zu rheumatischen Erkrankungen. Die Wassertemperatur bewegt sich von 30 Grad im Bad von Kumanovo bis zu 72 Grad im Bad Banjsko. Die Heilbäder sind mit den nächstgelegenen Städten durch Buslinien verbunden und verfügen über ausreichende Unterbringungsmöglichkeiten.

Makedonien ist schon zur Zeit des Neolith, 4.500 v.u.Z., von nichtindoeuropäischer Bevölkerung besiedelt worden. Einhergehend mit der Indoeuropäisierung der Balkanhalbinsel wurde dieser Raum durch die Ur-Makedonen, Illyrer, Thraker und Hellenen besiedelt. Die Urmakedonen nahmen den mittleren Teil des Balkans ein. Seine Blütezeit erlebte das Makedonien der Antike unter der Herrschaft Philipp II. und seines Sohnes Alexander Makedonski. Philipp II. vereinigte Makedonien zu einem starken, zentralistischen Staat, und sein Sohn Alexander, einer der grössten Heerführer und Eroberer in der Geschichte, dehnte die Grenzen des Reiches von der Adria bis nach Indien und Ägypten aus. Im II. Jh. v.u.Z. wurde Makedonien von den Römern erobert und im IV. Jh. u.Z. dem byzantinischen Imperium eingegliedert. Im Vl. und VII. Jh. dringen slawische Stämme in Makedonien ein und gründen spezifische Stammesterritorien, "Sklavinen" genannt, die die Namen makedonischer Stämme tragen: Berziter, Dragoviter, Saguditer, Rinhiniter und andere. Im X. Jh. wird das mächtige makedonische Kaiserreich unter Kaiser Samoil geschaffen. Sein Sitz waren die makedonischen Städte Prespa und Ohrid. Mit Zustimmung Roms wird die unabhängige makedonische Kirche geschaffen das Ohrider Erzbistum. Im XII. Jh. gerät Makedonien unter serbische Herrschaft und im XIV. Jh. unter die Osmanenherrschaft. Die Türken herrschen in Makedonien ganze fünf Jahrhunderte, bis 1912, dem Beginn der Balkankriege. 1913 wird Makedonien als Ergebnis dieser Kriege unter drei Staaten aufgeteilt: Bulgarien, Serbien und Griechenland. 1941 nimmt das makedonische Volk gemeinsam mit den anderen jugoslawischen Völkern am antifaschistischen Krieg teil. Als Ergebnis dieses Krieges erklärt Makedonien auf der Sitzung der ASNOM am 2.August 1944 seine Staatlichkeit (bekannt als Vardar-Makedonien) und wird damit zu einer der sechs Republiken im Rahmen der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien. Mit dem Referendum von 1991 wird Makedonien ein selbständiger und unabhängiger Staat.

Auf der Grundlage einer reichen geistigen und kulturellen Vergangenheit erlebt das makedonische Volk seine nationale Wiedergeburt in der Mitte und Ende des XIX. Jh. In dieser Zeit entwickeln sich starke nationale Bewegungen, deren ideologische Anführer sind: die Brüder Miladinov, Grigor Prlicev, Rajko Zinzifov, Kuzman Sapkarev, Marko Cepenkov u.a. Sie bereiten den Boden für den Nationalkampf und die Befreiung von der türkischen Fremdherrschaft und kündigen den Apostel der makedonischen revolutionären Bewegung, Goce Delcev, sowie den ruhmreichen Rinden-Aufstand von 1903 an. Die makedonischen Städte entstanden in unterschiedlichen Zeiträumen: in der Antike, im Mittelalter, unter der türkischen Fremdherrschaft, und sie alle tragen ihre besonderen Kennzeichen: Stadtmauern, Oberes Stadttor, Unteres Stadttor, die Handelsstrasse, Karawansereien, Brücken. Hierzu gehören die Städte: Skopje, Bitola, Ohrid, Veles, Stip, Kumanovo, Kratovo, Kriva Palanka, Sveti Nikole, Radovis, Kavadarci, Kicevo, Tetovo, Gostivar, Strumica, Gevgelija, Krusevo, Resen und andere. Bekannt sind die alten antiken Städte auf dem Boden Makedoniens. In der Nähe der Stadt Veles befindet sich die antike Stadt Stobi. Als städtische Ansiedlung wird sie zum ersten Mal zurzeit Philipp II. erwähnt, der gegen die Pajonen kämpfte (IV.Jh. v.u.Z.). Das war eine reiche antike Stadt mit wertvollen Mosaiks, Palästen, Kirchen, Theatern, Bädern. Südlich von Bitola erstreckt sich die antike Stadt Heraclea Lincestis mit ihrer tausendjährigen Tradition. Diese Stadt erhielt sich von der Mitte des IV.Jh.s bis hin zum VI. Jh.u.Z. Die antike Stadt Scupi, die sich in der damaligen Provinz Makedonien befand (in der Nähe des heutigen Skopje), stellte über viele Jahre hinweg das religiöse und wirtschaftliche Zentrum dieses Raums dar. Stobi, Heraclea und Scupi waren urbanisierte Städte mit Strassen, Wasserleitungen, Theatern, Foren, Bädern und Villen mit Zentralheizung.

Die Hauptstadt und das administrative Zentrum der Republik Makedonien ist heute Skopje (etwa 600.000 Einwohner). Skopje ist eine Stadt mit zweitausendjähriger Geschichte. Auf aussergewöhnliche Weise mischen sich hier die Kulturen des Westens mit denen des Ostens, kreuzen sich die Kommunikationen der Welt und die Sprachen der Zivilisationen. Der Name der antiken Stadt Scupi wird zum ersten Mal beim Niedergang der dardanischen und bei der Errichtung der römischen Macht erwähnt. Im Jahre 518 zerstört ein schweres Erdbeben die alte Stadt Scupi, die sich zwischen den heutigen Dörfern Zlokukani und Bardovci befand. Bald darauf liess der byzantinische Kaiser Justinian 1., der in dieser Gegend geboren war, eine neue Stadt errichten. Justiniana Prima wurde im rechtlichen wie im kirchlichen Sinne die Nachfolgerin der alten Stadt. Nach langjährigen Umzingelungen gelang es den slawischen Stämmen im VII. Jh. definitiv Skopje einzunehmen. Seine spezifische Entwicklung erfährt die Stadt nach der Eroberung von Seiten der Türken-Osmanen im Jahre 1392. Die Stadt erhielt ihr orientalisches Aussehen, obwohl das christliche Element in ihr immer anwesend bleibt und allen Anstürmen der Zeit standhält. Im XVII. Jh. besonders aber in der Mitte des XIX. Jh.s, erlebt Skopje seine grosse wirtschaftliche Blüte, bevor die Stadt vom österreichischen General Piccolomini in Brand gelegt wird. Der Aufschwung im Handel führte zum Erstarken des makedonischen Bürgertums und der Intelligenz. Während des Zweiten Weltkrieges nimmt das makedonische Volk aktiv am antifaschistischen Krieg teil. Nach der Befreiung wird Skopje die Hauptstadt der Sozialistischen Republik Makedonien, die zur Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien gehört. Heute ist Skopje die Hauptstadt der unabhängigen Republik Makedonien.

Obwohl Skopje heute eine Stadt der modernen Boulevards, Brücken, Handels- und Kulturzentren ist, ist in einem Teil der Hauch der alten Zeit bewahrt. Das ist die Carsija Skopjes mit ihren vielen Denkmälern aus der Vergangenheit: die Erlöserkirche (mittelalterlicher Bau, erneuert im XIX. Jh.), die Klosterkirche des Hl. Pantelejmon in Nerezi (XII. Jh.), die Moschee des Sultans Murat und Mustafa Pashins (XV. Jh.), Kursumli An (XVI. Jh.), die Steinbrücke (XV. Jh., errichtet auf alten römischen Fundamenten), die alte Festung Kale usw. Die Stadt Skopje, insbesondere ihre Altstadt, ist heute Anziehungspunkt für ausländische Touristen. Skopje verfügt über moderne Hotels und Gastgewerbeeinrichtungen. Bekannt sind die Restaurants, insbesondere die Nationalrestaurants, in denen die Gäste die Wärme der makedonischen Gastfreundschaft geniessen können. Es gibt mehrere Theater, Museen, Galerien, Nachtklubs und Bars, Casinos, Cafes.
Bitola ist die zweitgrösste Stadt der Republik Makedonien (100.000 Einwohner), ein wichtiges Wirtschafts-, Verkehrs- und Kulturzentrum. Hier ist die alte Architektur am besten bewahrt geblieben, aber auch der Geist des makedonischen Handwerks und des Handels ist noch zu spüren. Noch immer liegt eine Ahnung vom Glanz jener Zeit über der Stadt, als Bitola eine wichtige Konsuln und Diplomatenstadt war, besonders in der Zeit von 1870 bis 1913. Hier gibt es hervorragende kulturelle Eiiii-IclitLiii-en, ein Theater, Verlagshäuser, Galerien sowie mehrere weltbekannte Manifestationen. Die Stadt verfügt durch den Nationalpark "Pelister" über ausgezeichnete Unterbringungsmöglichkeiten für Sommer und Wintertourismus.

Die Stadt Ohrid am Ohridsee - unter dem Schutz der UNESCO - stellt mit ihren natürlichen Schönheiten, dem geschichtlichen und kulturellen Erbe eine echte Perle der Republik Makedonien dar. Dank seiner Flora und Fauna stellt der Ohridsee eines der grössten biologischen Reservate Europas dar. Von Forschern wird der Ohridsee das "makedonische Süsswassermeer" genannt. Er hat eine Oberfläche von 358 qkm, die tiefste Stelle misst 288,7 m. Das kristallklare Wasser des Ohrider Sees ermöglicht eine Durchsichtigkeit bis zu 21,5 m. Einige heutige Lebensformen in diesem See stellen Überreste der einstigen lebenden Welt Euroariescher Regionen dar. Derartige Formen sind im Tiberischen See im Nahen Osten und im Baikalsee in Sibirien anzutreffen. Die Fischwelt des Ohrider Sees stellt etwas ganz Besonderes dar. Bekannt sind 17 Arten, von denen die Ohrider Forelle weithin bekannt ist: Letnica und Belvica. Eine Besonderheit stellt auch der Aal dar, der eine Länge bis zu 1,5 in erreichen kann. Diese Fische sind für Kenner eine Gaumenfreude, eine Herausforderung für die Angler, aber auch für die Feinschmecker, besonders für jene, die die Forelle auf "Ohrider Art" zubereiten.
Eine weitere Perle der Ohrider Seelandschaft ist die Stadt Struga mit ihren schönen Stränden. Struga ist die Stadt der Poesie und Hausherr der "Struga Poesieabende". Bezaubernd ist die alte makedonische Architektur und Kultur. Der Crni Drim, einer der schönsten Flüsse Makedoniens, verlässt in Struga den Ohridsee und fliesst durch die Stadt. Der antike Name der Stadt Struga ist Enchalon (lat. Aal), ihre Wurzeln reichen bis in die Vorgeschichte. Die Stadt ist der Geburtsort der bedeutendsten Vertreter der makedonischen Kultur und nationalen Aufklärung die Brüder Miladinov. In der Nähe der Stadt Struga befindet sich die Kirche der HI. Muttergottes (Sv. Bogorodica) und das Kloster Kalista mit seiner wundervollen Freskenmalerei, in dessen unmittelbarer Nähe sich die kleine Kirche Sv. Atanasie in einer Naturhöhle befindet. In dieser Gegend sind viele schöne Strände, Hotels und Autocamps. Die gut ausgerüsteten Hotels in der Stadt und ihrer Umgebung können, gemessen an der Zahl der zur Verfügung stehenden Betten, 11.000 Gäste aufnehmen. Charakteristisch für diese Stadt ist die sehr gut organisierte private Unterbringung von Gästen.

E in wichtiges touristisches Zentrum ist am schönen Prespasee gelegen. Die ungewöhnliche, wilde Schönheit dieses Sees übte auf den makedonischen Kaiser Samoil ihren Reiz aus und veranlasste ihn, neben Ohrid hier einen weiteren Sitz zu errichten. Der Prespasee wird in den Grossen und Kleinen Prespasee geteilt, die Seeoberfläche beträgt 274 qkm und die mittlere Tiefe 18,7 m. Elf verschiedene Fischsorten sind hier zuhause, unter anderen der Karpfen, Nivicka u.a. Der Prespa-See bietet Ruhe in einer exotischen Natur, ideal für die Urlaubszeit. Hier gibt es mehrer Campingplätze, Kinderferienlager und Hotels in den bekannten Touristenzentren Otesevo und Pretor im südöstlichen Teil der Republik Makedonien befindet sich der Dojransee, der kleinste der makedonischen Seen, der aber ein ganz spezifisches Gewässer ist, das sich von den anderen wesentlich unterscheidet. Die Seeoberfläche nimmt 43,1 qkm ein, die Länge beträgt 9, die Breite 7 km, die tiefste Stelle des Sees 10 m. Aufgrund der klimatischen Gegebenheiten und der schnellen Wassererwärmung werden dem See heilsame Kräfte zugeschrieben. Im Sommer erreicht die Wassertemperatur 28 Grad Celsius. Der See ist ausserordentlich fischreich, der Fischfang ist gut entwickelt. Geangelt werden Plasica, Kostres, Karpfen und Wels. Mit dem Fischfang im Dojransee ist eine Kuriosität verbunden: wie nur noch selten in der Welt helfen sich hier beim Fischfang Mensch und Tier gegenseitig, genauer gesagt, Mensch und Kormoran. Gut eingerichtete Hotels, Erholungsheime und Autocamps stehen zur Verfügung.
Die Republik Makedonien ist durch ihre Folklore und volkstümlichen Handarbeiten bekannt. Durch die Auftritte der kulturell-künstlerischen Vereine sind die makedonischen Lieder und Tänze in der ganzen Welt bekannt geworden. Die mündliche Überlieferung der makedonischen Volkspoesie hat in der Geschichte entscheidend zur Erhaltung des makedonischen Nationalguts beigetragen. Die volkstümliche Stickerei als Ausdruck von Individualität wurde und wird von der makedonischen Frau gepflegt, aber auch kollektive ästhetische Kreation hat Erstaunliches geleistet. Diese schönen Handarbeiten werden alljährlich beim traditionellen "Balkan-Folklorefestival" in Ohrid gezeigt. Besonders bekannt ist die Schwarz-Rot-Stickerei, d.h. gestickt wird mit Schnüren, Leinen - oder Baumwollgarnen. Mit dieser Art Stickerei ist auch die ländliche Volkstracht, die man heute noch in einigen Dörfern trägt, die man aber besonders an den Markttagen in Struga sehen kann, reich ausgestattet. Ihr Kolorit dient heute vielen modernen Malern als Inspiration. Ganz besonders haben sich die alten Handwerke um die Erhaltung der Tradition und den Geist des makedonischen Volkes verdient gemacht: Werkstätten für Fassbauer, Silberschmiede, Kesselschmiede, Waffenschmiede, Kaftanschneidereien, Tischlereien, Pantoffelschuster, Hufeisenschmiede, Goldschmiede. Einige dieser Handwerke sind bis in die heutige Zeit in den Handwerkstrassen erhalten geblieben.

Die Spezialitäten der makedonischen Küche sind weithin bekannt und ziehen die Aufmerksamkeit jedes ausländischen Gastes auf sich. Das Volk «gibt sich sehr dem Genusse hin» hielt der türkische Reisebeschreieber Evlija Celebija bei seiner Reise durch Makedonien im XVII. Jh. fest und macht auf einige Spezialitäten besonders aufmerksam: Kebab aus Lamm, auf besondere Art gebacken, Fischkapama und andere Fischspezialitäten. Heute sind die Nationalspeisen aus der makedonischen Küche nicht wegzudenken: makedonisches Janija, Schketo, Reistava, Pindzur, Gravce- Tavce, Turlitava, Taratur, Grill spezialitaten, Fischspeisen, Pastrmajlija, verschiedene Suppen. Das Klima ist ideal für das Gedeihen guter Weine, unter denen die aus dem Tikves-Gebiet einen besonderen Platz einnehmen. Heute sind nicht nur in den grösseren Städten Einkaufsmöglichkeiten vorhanden, sondern auch in allen touristischen Zentren. Handel und Dienstleistungen sind zumeist in der Carsija mit ihren reich versorgten Läden konzentriert. Hier werden interessante Souvenirs und einheimische Handarbeiten angeboten: volkstümliche Stickereien, Filigranarbeiten, Lederwaren, Pelze und Wolle, Keramik, Gold- und Silberschmuck. Die grünen Märkte in Makedonien sind traditionell überreich an Obst und Gemüse, bieten frühe Gartenkulturen und eingeführte Waren aus allen Teilen der Welt an. In spezialisierten Läden kann sich der Gast mit Autoteilen, Sport - und Campingausrüstung versorgen.
Die Republik Makedonien ist in die modernen geistigen Prozesse der Welt integriert. Eine Bestätigung dafür sind die zahlreichen weltbekannten Manifestationen, die alljährlich hier stattfinden und an denen einheimische und ausländische Künstler aus allen Bereichen der Kunst und Kultur teilnehmen: klassische Musik, Jazz, Theater, Malerei, Poesie, Folklore, nicht zu vergessen die Messen, wissenschaftliche Treffen, Kongresse und Symposien. Die Republik Makedonien ist oft Gastgeber für Spitzenwettbewerbe aus dem Bereich des Sports. Deshalb all jenen, die Liebhaber natürlicher und künstlerischer Seltenheiten sind, die sich für Geschichte und alte Zivilisationen interessieren, Berge und Seen, Jagd und Fischfang lieben, die gern alte Geschichten hören und neue Freundschaften schliessen, die guten Wein und Spezialitäten der Küche mögen:
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